Sonntag, 23 Juni 2019 20:51

Ganz starke Serie: Aber Welpers Aufholjagd kommt zu spät Featured

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Unter der Regie ihres Wunschtrainers Michael Wolf legt die Westfalia eine imponierende Serie hin, doch der Relegationsplatz wird knapp verpasst.

Handball-Bezirksligist DJK Westfalia Welper hat den Aufstieg in die Landesliga knapp verpasst. So wie in der Vorsaison. Erneut landeten die Welperaner in der Abschlusstabelle auf dem vierten Rang. Profiteur war der Wittener TV, der sich als Tabellendritter in der Relegation hauchdünn gegen die SG Attendorf/Ennest durchsetzte.

Die Ausgangslage

Mit Dino Midzic als neuem Trainer wollten die Verantwortlichen bei der DJK einen Neuanfang starten. Der vom Ligakonkurrenten und Ortsnachbarn TuS Hattingen II an die Marxstraße gewechselte Nachfolger von Dirk Hille sollte die Mannschaft stabilisieren und die talentierten Nachwuchsspieler an den Seniorenbereich heranführen. Midzic zeigte sich engagiert, verschaffte sich in gemeinsamen Trainingseinheiten einen Überblick über alle Senioren- und A-Jugendspieler und legte den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Neuorganisation der Deckungsformation. „Wir wollen so auftreten, dass es sich für unsere Fans lohnt, in die Halle zu kommen“, sagte der Trainer vor dem Saisonbeginn.Der StartDer Start war eher mäßig. 6:6-Punkte lautete die Bilanz zur Herbstferienzeit nach sechs Spieltagen. „Ich hatte mir eigentlich schon 8:4-Punkte erhofft. Uns fehlte es in dieser Phase allerdings noch an der richtigen Stabilität in der Abwehr und besonders auch an der notwendigen Spieldisziplin. Hinzu kam, dass wir schon frühzeitig Verletzungsprobleme bekamen und ein schweres Programm zu absolvieren hatten“, nannte Dino Midzic den Grund für den durchwachsenen Beginn. Zur Saisonmitte sah es schon viel besser aus. „Mit 17:11-Punkten liegen wir genau im Soll“, zog Dino Midzic eine zufriedenstellende Halbzeitbilanz. Aber: In der Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft zeigten sich bereits erste Risse.

Auf dem Trainerkarussell

Und diese Risse waren nicht mehr zu kitten. Die Jugendkraftler kamen im neuen Jahr nicht ins Rollen. Dino Midzic beklagte zunehmend, dass seine Mannschaft die Vorgaben des stets ausgearbeiteten Matchplanes nicht einhalten würde. Der Trainer stellte nach der Heimniederlage gegen den FC Erkenschwick und drei unter seiner Regie in Folge verlorenen Begegnungen die Vertrauensfrage. Das Team suchte daraufhin das Gespräch mit dem Vorstand und dieser entschied, dass eine sofortige Trennung für alle Beteiligten wohl die beste Lösung sei, obwohl Midzic noch bis zum Saisonende zur Verfügung gestanden hätte. Mannschaftskapitän Tobias Lask übernahm das Zepter für zwei Spieltage interimsweise in Zusammenarbeit mit dem Trainer der zweiten Mannschaft, Sergej Schott. Auf das desaströse 24:35 bei der HSG Rauxel-Schwerinfolgte dann der 25:23-Sieg gegen den FC Schalke 04 II und damit der Startschuss für die Aufholjagd. Mit dem Ende März beim Drittligisten TuS Volmetal freigestellten Michael Wolf zauberte die DJK für den Saisonendspurt urplötzlich ihren ohnehin vereinsangehörigen Wunschtrainer aus dem Hut.

Die Aufholjagd

Auf einmal wurden alle Kräfte gebündelt. Mit einer kaum mehr für möglich gehaltenen Serie von 13:1-Punkten kämpften und spielten sich die Jugendkraftler noch auf Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen heran. Erst die zwei Niederlagen an den letzten beiden Spieltagen gegen den HSC Haltern-Sythen II und den TuS Hattingen II machten die Hoffnungen auf den Aufstieg dann doch noch zunichte.

 

Der Ausblick

Michael Wolf wird auch in der kommenden Spielzeit auf der Bank der Welperaner sitzen. Der auch international erfahrene Coach will zunächst einmal den Blick auf das Große und Ganze richten. „Für eine tabellarische Zielsetzung ist es noch viel zu früh. Es geht mir in erster Linie darum, bei den Spielern aus der ersten und zweiten Mannschaft und unserem talentierten Nachwuchs ein Wir-Gefühl zu erzeugen. Es muss für jeden Welperaner wieder eine Freude sein, in der ersten Mannschaft spielen zu können. Wir werden jetzt in einer zunächst vierwöchigen gemeinsamen Trainingszeit viel für den Zusammenhalt tun und ganz intensiv an der Physis arbeiten. Danach werde ich für die erste Mannschaft einen vorläufigen Kader von 14 Spielern benennen“, so der Trainer, der auch auf die bei der DJK ausgebildeten Talente setzt. Wolf: „Nur so können wir die Jungs an uns binden und die Früchte unserer wirklich richtig guten Jugendarbeit ernten.“

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